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DIE FUSSBALLECKE
Aufarbeitungsprozess des Gewaltvorfalls beim Mühlenberger SV bringt wichtige Ergebnisse hervor
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Aufarbeitungsprozess des Gewaltvorfalls beim Mühlenberger SV bringt wichtige Ergebnisse hervor

Autor: NFV am 16.03.2016 - 18:46
Logo NFVUnter Hinzuziehung themenspezifischer Expertise begann der Niedersächsische Fußballverband (NFV) im Frühjahr 2015 damit, den Gewaltvorfall vollumfänglich aufzuarbeiten, der sich im Dezember 2014 bei dem C-Junioren-Spiel zwischen SV Arminia Hannover III und dem Mühlenberger SV ereignete.

Im Zeitraum von April bis Oktober des letzten Jahres kamen ehren- und hauptamtliche Vertreter des Niedersächsischen Fußballverbandes inkl. seines Kreises Hannover-Stadt, des Stadtsportbundes Hannover, der Abteilung Kinder- und Jugendarbeit der Landeshauptstadt Hannover sowie des lokalen Jugendzentrums im Stadtteil Mühlenberg zu mehreren Treffen zusammen, um den Vorfall bzw. den allseitigen Umgang mit ihm perspektivübergreifend zu betrachten. Unter wissenschaftlicher Leitung von Olaf Zajonc (IcanDo-Institut Hannover für Sport & Soziale Arbeit) und der fachlichen Beratung durch den bundesweit anerkannten Sportsoziologen Prof. Dr. Gunter A. Pilz konnten wichtige Erkenntnisse gewonnen werden. Hierauf aufbauend können zukünftig modellhafte präventive und interventive Maßnahmen zur Vermeidung und Begleitung möglicher ähnlich gelagerter Fälle ergriffen werden.

Nach Abschluss der mehrmonatigen Untersuchung verabschiedeten die Beteiligten nun die Kernergebnisse, deren sukzessive Umsetzung zu einer Erweiterung der bisherigen Handlungs- und Reaktionsmöglichkeiten des NFV führen können. Die zentrale Erkenntnis lautet: erforderlich ist die anlassbezogene Gründung eines jeweils mit regionalen sowie überregionalen Experten besetzten Beratungs- und Koordinationsteams, das die Begleitung von direkt oder indirekt involvierten Beteiligten eines schweren Gewaltvorfalls übernimmt. Diese hinsichtlich der personellen Besetzung demnach teilweise auch variierende ‘Task Force‘ soll zukünftig potentielle Opfer – aber auch Täter – im Nachgang eines Vorfalles schützen, ggf. Sofortmaßnahmen einleiten und ein zielführendes Medien- und Informationsmanagement ermöglichen. Im Fall des Mühlenberger SV konnte eine undifferenzierte und skandalorientierte Medienberichterstattung identifiziert werden, die den Tatsachen nicht gerecht wurde.

Neben der Einrichtung dieser ‘Task Force‘ wird mit Blick auf die Prävention schwerer Gewaltvorfälle im Jugend- und Amateurfußball der unteren Ligen die Intensivierung der Zusammenarbeit von Fußballverband und seinen Vereinen mit Vertretern der kommunalen Jugendsozialarbeit sowie Institutionen des Täter-Opfer-Ausgleichs angestrebt.

NFV-Präsident Karl Rothmund zeigt sich erfreut über die Bereitschaft der Mitarbeiter von Stadtsportbund, Stadt Hannover und Jugendzentrum, an diesem Aufarbeitungsprozess teilzunehmen und sieht nun den Fußballverband in der Pflicht, „die Ergebnisse Schritt für Schritt in die Tat umzusetzen, damit man die künftigen Reaktionsmöglichkeiten auf derartige Geschehnisse ausweiten kann.“ Demzufolge wird nun geprüft, wie die Realisierung der empfohlenen Ansätze innerhalb der Verbandsstrukturen erfolgen kann.

Anm. von Fube: Im Dezember 2014 hatten Spieler der C-Jugend des Mühlenberger SV in einem Spiel der Kreisklasse den Schiedsrichter während der Halbzeitpause tätlich angegriffen und getreten, so dass dieser in ein Krankenhaus eingeliefert werden musste.






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