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TV Askania Bernburg - FC GrĂŒn-Weiß Piesteritz
Verbandspokal Sachsen-Anhalt, Achtelfinale
Dienstag, 03.10.2006, 14:00
Askania-Sportplatz, Bernburg
Zuschauer: ca. 200 incl. einem BHT
Eintritt: 3,00 EUR
Schal: /
Bratworst: 1,50 EUR (im Brötchen)

Da ich beim Besuchen des Spiels Calbe - Gerwisch in der Runde davor schon ein interessantes Spiel im Verbandspokal unseres östlichen Nachbarbundeslandes gemacht habe, wollte ich selbstredend auch im Achtelfinale eine Partie mitnehmen, ausserdem muss man ja am Tag der Deutschen Einheit ausnutzen, dass man jetzt ĂŒber die ehemalige "Zonengrenze" fahren darf!

Ausgesucht habe ich mir die Partie des sechstklassigen TV Askania Bernburg gegen den Verbandsligisten (5. Liga) FC GrĂŒn-Weiß Piesteritz.

Trotz Baustelle und Umleitung in Bernburg den Spielort rechtzeitig erreicht, erwerbe ich eine Eintrittskarte fĂŒr humane 3,00 EUR, ermĂ€ĂŸigt kostet der Eintritt 2,50 EUR, was, wie ich beim Betreten der Anlage, einigen noch zu viel ist, als ich eine Dame zur ihrer Begleitung sagen höre: "FĂŒr Arbeitslose mĂŒĂŸte der Zutritt eigentlich umsonst sein". Ich verkneife mir die Bemerkung "Dann hĂ€tten die hier ja ĂŒberhaupt keine Zuschauereinnahmen".

Vom Gasgrill kommt die Bratworst, die im Brötchen serviert wird und mit 1,50 EUR auch nicht teuer ist. Sie schmeckt gut, fĂŒr das pappige Brötchen gibt es jedoch Abzug.

Piesteritz will von Anfang an zeigen, wer der höherklassige Verein ist, legt entsprechend los und kommt bereits in der ersten Minute zur ersten Torchance. Weitere folgen, unter anderem entpuppt sich ein Distanzschuss als Aufsetzer und (ver-) springt dem Torwart ĂŒber die Arme ins Gesicht. Solche Dinger gehen auch schon mal rein.
Die Hausherren versuchen es auf dem kleinen Platz mit langen BÀllen. Die Piesteritzer Abwehr ist anfangs ein wenig desorientiert und zeigt bei weiten TorabschlÀgen bis an ihren eigenen 16er Unsicherheiten.

Sieben Minuten sind gespielt, da kommt Bernburgs Martin Weigl am linken Strafraumeck an den Ball, lĂ€ĂŸt seinen Gegenspieler auf dem Weg Richtung Grundlinie stehen und dumm aussehen, tĂ€uscht gegen den herauseilenden Tormann einen Linksschuss an, zieht stattdessen den Ball an diesem vorbei nach innen und versenkt mit rechts ins linke Eck zum 1:0.

Kurze Zeit spĂ€ter ist Bernburg wieder in der Offensive, Martin Richter gibt den Ball von rechts flach in den FĂŒnfmeterraum hinein, von wo er von einem Piesteritzer Verteidiger per GrĂ€tsche ins eigene Netz befördert wird: Der Aussenseiter fĂŒhrt mit 2:0!

Piesteritz braucht nicht lange, um diesen RĂŒckstand zu verdauen und setzt sich in des Gegners HĂ€lfte fest. Man versucht es vornehmlich mit DistanzschĂŒssen, die meist richtig gefĂ€hrlich werden. So geschehen in der 25. Minute, als ein 20 Meter-Linksschuss-Aufsetzer den Ball ins Tor findet, zwei Piesteritzer jedoch im Abseits stehen und dem Schlussmann die Sicht nehmen, weswegen dem Treffer die Anerkennung versagt wird.

Zwei Minuten spĂ€ter klingelt es dann aber erneut: Ein Piesteritzer Fernschuss wird am 16er abgeblockt, Heiko Wiesegart nimmt den Abpraller am rechten 16er-Eck auf und schießt mit links hart ins rechte Eck zum 2:1 Anschlusstreffer ein.

Piesteritz bleibt am DrĂŒcker und versucht es weiter aus der Ferne: In der 40. Minute kann Bernburgs Schlussmann einen 25-m Hammer gerade noch aus dem rechten Winkel kratzen und klĂ€rt zur Ecke, infolge der ein weiterer Fernschuss aufs Bernburger GehĂ€use abgefeuert, abgefĂ€lscht und in meinen Augen erst hinter der Linie vom Bernburger Verteidiger weggeschlagen wird. Der Schiri-Assi deutet "Weiterspielen" an, so dass es beim 2:1 bleibt.
Kurz vor der Pause kann Bernburg noch einmal fĂŒr Entlastung sorgen und bekommt sogar eine Ecke, verliert den Ball jedoch und wird böse ĂŒberrannt: Kevin Gerstmann bekommt das Leder links an der Mittellinie, und setzt zum Lauf gen Tor der Hausherren an, zieht nach innen, umkurvt dabei einen Gegner und zirkelt das Leder mit der rechten Innenseite aus 18 m prĂ€zise um 2:2 Halbzeitstand in den rechten Giebel.

Nun frage ich am Bierwagen nach einem Schal; derzeit sind alle vergriffen, fĂŒr Anfang November wird Nachschub erwartet. Ich hinterlasse meine Kontaktdaten und erwarte
eine zweite Halbzeit, in der der Klassenhöhere nun den Sack zumachen und seine Überlegenheit ausnĂŒtzen sollte...doch weit gefehlt. Piesteritz hat zwar mehr Ballbesitz, doch zu selten kommt es zu zwingenden Chancen. Auch die in der ersten Halbzeit so erfolgreichen FernschĂŒsse werden nur noch selten probiert. So bleibt es zunĂ€chst bei einem 20 m Schuss in der 53. Minute, der von einem Gegner fast ins Tor doch letztendlich "nur" zur Ecke abgefĂ€lscht wird.
Nach 65 Minuten ein gefĂ€hrlicher Bernburger Konter: Auf der linken Aussenseite kommt die sehr agile Nummer 10 an den Ball, zieht nach innen, dreht sich in die Laufbahn des Gegners und bleibt so am Ball und schießt vom 16er Eck. Piesteritz` Schlussmann kann nur abklatschen und der nachrĂŒckende StĂŒrmer schafft es, den Abpraller rechts neben das Tor zu setzen.

Zwölf Minuten vor Schluss kommt Bernburg wieder zu einem vielversprechenden Konter: Nummer 14 dringt kraftvoll in den Strafraum ein, kommt einen Tick vor dem herausstĂŒrmenden Torsteher an den Ball, legt das Leder an ihm vorbei und wird von dem ihm entgegenfliegenden Körper zu Fall gebracht: Gelb fĂŒr den Keeper und Foulstrafstoß fĂŒr Bernburg: Eine Sache fĂŒr deren Nummer 11, die mit rechts halbhoch in die linke Ecke vollendet.

Piesteritz schafft es in den verbleibenden 15 Minuten inkl. Nachspielzeit nicht mehr zu zwingenden Chancen zu kommen. Stattdessen kontert Bernburg in der 85. Minute
erneut. Nummer 10 sorgt durch Vorbeilegen des Balles zwei Mal dafĂŒr, dass eine Piesteritzer GrĂ€tschen ins Leere gehen und macht sich von rechts kommend alleine auf das GĂ€stetor zu. Sein Rechtsschuss geht jedoch knapp links am Tor vorbei, so dass die letzten Minuten weiter von der Spannung leben.

Piesteritz gelingt jedoch nichts mehr und so sorgt der Landesligist gegen den Verbandsligisten fĂŒr eine Überraschung und zieht verdient ins Viertelfinale ein.

Die GĂ€ste mĂŒssen sich vorwerfen lassen, dass sie nach dem 0:2 RĂŒckstand und dem noch in der ersten Halbzeit erzielten Ausgleich zwar ins Spiel zurĂŒckgekommen sind, wohl aber im Glauben waren, die zweite Halbzeit wĂŒrde ein SelbstlĂ€ufer, so dass man zu wenig aus seinen Möglichkeiten gemacht hat und kaum noch Zwingendes auf die Beine gestellt hat.

HĂ€tte man mich in der Halbzeit nach meinem Tip fĂŒr den Ausgang des Spieles gefragt, dann wĂ€re ich mir sehr sicher gewesen, dass Piesteritz noch drei, vier Tore nachlegt und das Ding locker nach Hause schaukelt. Das ist das Schöne am Fußball, es ist halt nichts vorhersehbar und kommt gerne einmal anders als man denkt!

Bis zum nÀchsten Kick

BHT
Verfasst am 07.12.2006 von B-H-T
Fotos:
 

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