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NFV-Pokal: Dritt- und Regionalligisten wollen alten Modus zurück
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NFV-Pokal: Dritt- und Regionalligisten wollen alten Modus zurück

Autor: Fube am 08.12.2020
DIE FUSSBALLECKEDie vor zwei Jahren versuchsweise eingeführte Zweistaffeligkeit im Krombacher Niedersachsenpokal sollte nach dem Willen der teilnehmenden Dritt- und Viertligisten Niedersachsens wieder abgeschafft werden, da sie ihrer Meinung nach unfair ist. In einer gemeinsamen Pressemitteilung wandten sich deshalb heute die Vertreter von SV Meppen, TSV Havelse, SV Drochtersen/Assel, Lüneburger SK Hansa, SSV Jeddeloh, BSV Rehden und VfB Oldenburg an die Öffentlichkeit.

Bis zur Spielzeit 2017/18 wurde eine gemeinsame Pokalrunde mit allen Dritt-, Regional- und Oberligisten sowie den vier Bezirkspokalsiegern gespielt. Seit der Saison 2018/19 ermitteln die Oberligisten und die Bezirkspokalsieger in einer eigenen Runde den Sieger, der am DFB-Pokal teilnehmen darf. In einer zusätzlichen Runde treten die Dritt- und Regionalligisten an, um einen eigenen Sieger zu ermitteln, der am DFB-Pokal teilnimmt. Dieser Modus sollte für zwei Spielzeiten getestet werden, um anschließend darüber abzustimmen, in welchem Modus der Niedersachsenpokal fortgeführt wird.

Die Dritt- und Viertligisten sehen den vorherigen Modus als leistungsgerechter an. Unterklassige Vereine hätten es in Pokalwettbewerben zwar schwer, sich gegen höherklassige Vereine durchzusetzen, doch dieses Klein-gegen-Groß sei nun einmal das Merkmal aller Pokalwettbewerbe.

Am 11. November fand eine Videokonferenz mit dem Verbandsspielausschuss sowie Vereinsvertretern der Regionalliga und Oberliga statt, auf der über die weitere Vorgehensweise abgestimmt werden sollte. Neben den bereits bekannten Austragungsarten standen noch zwei weitere Alternativen zur Diskussion:

  • Dritt-, Regional- und Oberligisten sowie Bezirkspokalsieger spielen eine gemeinsame Runde aus. Aber nur der Sieger des Endspiels kommt in den DFB-Pokal. Der zweite DFB-Pokal-Teilnehmer wird in einem Entscheidungsspiel zwischen Oberliga-Meister und bestplatziertem Regionalligisten ermittelt.
  • Alle Dritt-, Regional- und Oberligisten sowie Bezirkspokalsieger werden nach regionalen Gesichtspunkten in zwei Gruppen geteilt. Die Sieger beider Endspiele erreichen den DFB-Pokal.

Das Ergebnis dieser Videokonferenz: Die Oberligisten möchten  den gegenwärtigen Modus beibehalten, die Dritt- und Viertligisten möchten eine gemeinsame Runde mit allen Vereinen.

Am vergangenen Wochenende nun die Abstimmung in Barsinghausen. Laut NFV-Präsident Günter Distelrath erfolgte der einstimmige Beschluss, den jetzigen Spielmodus fortzuführen. Die Amateure freuen sich, die Dritt- und Viertligisten sind sauer. Rigo Gooßen, Präsident des SV Drochtersen/Assel, ist empört über das Vorgehen des NFV: „Das war offensichtlich ein von vornherein abgekartetes Spiel, man wollte gar nichts ändern.“

Wolfgang Lange, Sprecher der niedersächsischen Regionalliga-Vereine, der als Gast ohne Stimmrecht in Barsinghausen war, drückt sich ähnlich aus: „Im Nachhinein gesehen war dieses Ergebnis vorhersehbar. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, wonach die ganze Angelegenheit mit Videokonferenzen, Stellungnahmen und dem Entwickeln von Alternativen von Beginn an reine Zeitverschwendung und eine Summe von Alibiveranstaltungen war, um die aufmüpfigen Vereine zur Ruhe zu bringen.“ Er ist der Meinung, „dass die niedersächsischen Regional- und Drittligisten keinerlei Lobby in Barsinghausen haben.“

Ronald Maul, Geschäftsführer des SV Meppen, wünscht sich im Namen aller Vereine: „Es sollte wieder einen richtigen NFV-Pokalsieger geben!“






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