Nach den Spielen vom Sonnabend war der FC Anker auf einen Abstiegsplatz zurückgefallen. Die Kellerkinder Altlüdersdorf, Lichterfeld und Brandenburg konnten punkten. Altlüdersdorf siegte 3:1 in Waren, Brandenburg holte einen Punkt bei Lichtenberg 47 (nächsten Sonnabend zu Gast in Wismar) und auch der Lichterfelder FC behielt nach dem 4:1-Heimsieg gegen den RSV Waltersdorf alle Punkte für das eigene Konto.
Jan Topp im Zweikampf. Der FC Anker musste sich trotz kämpferischer Leistung in Fürstenwalde mit 1:2 geschlagen geben.
Um die Abstiegsränge nach der eigenen Partie wieder verlassen zu können, war zumindest ein Punktgewinn notwendig. Doch das Unterfangen schien schon im Vorfeld ziemlich aussichtslos, denn die Unioner wollten mit einem Sieg wieder die Tabellenspitze übernehmen. Zudem hatte das Team von Trainer Timo Lange eine lange Ausfallliste zu beklagen. Niels Laumann fehlte nach seiner roten Karte, die er im Pokalspiel in Gadebusch gesehen hatte, Erik Schameitke nach der Ampelkarte aus der Partie gegen Luckenwalde. Besonders schmerzlich war natürlich auch das verletzungsbedingte Fehlen von Torjäger Clemens Lange, der nun schon zum dritten Mal nicht auflaufen konnte. Und dann konnte auch Felx Dojahn auf Grund von Knieproblemen nicht auflaufen.
Und die schlechten Ahnungen schienen sich schon in der zweiten Minute zu bestätigen, denn nach einer Ecke von der rechten Seite fehlte im Abwehrbereich etwas die Zuordnung und die Gastgeber nutzten das zur Führung. Doch spätestens ab der zehnten Minute war das Ankerteam zumindest ebenbürtig und hatte einige verheißungsvolle Szenen. In der 16. Minute scheiterte Marcel Heine am Unionkeeper, der in der 44. Minute auch einen Freistoßknaller von Fabian Bröcker aus dem Dreiangel kratzte.
Auch nach der Pause blieb das Ankerteam voll am Drücker, beide Mannschaften zeigten ein schnelles Spiel mit guten Torraumszenen. Und die Hansestädter wurden letztendlich für ihre Angriffsbemühungen belohnt. Zuerst strich ein Kopfball von Mathias Schnöckel um Zentimeter am Unionkasten vorbei. Dann der Ausgleich. Nach einem Angriff über die linke Seite kam die Kugel zu Bernwald, der setzte sich gegen zwei Unionspieler durch und schoss den Ball unter die Latte. Der Schlussmann der Hausherren war zwar auch noch mit den Fingern am Ball, konnte den Treffer aber nicht verhindern.
Jetzt drängten die Gastgeber noch einmal, spielten aber weiterhin fast nur mit langen Flugbällen nach vorne. In der 77. Minute musste Ankerschlussmann Maik Sadler noch einmal beherzt eingreifen, um sein Team vor dem erneuten Rückstand zu bewahren. In der 84. Minute jubelten die Gastgeber dann aber doch, als der eingewechselte Guski durch eine schöne Einzelleistung zum 2:1 einnetzen konnte.
In der Nachspielzeit war Anker-Torwart Maik Sadler (21) mit im Strafraum. Der Keeper der Gastgeber konnte die Situation aber entschärfen.
In den Schlusssekunden brannte es bei drei Eckbällen dann noch einmal lichterloh vor dem Fürstenwalder Gehäuse, doch die Kugel wollte nicht mehr ins Uniontor. „Das haben wir auf keinen Fall verdient, denn wir hatten uns zumindest einen Punkt verdient“, war auch Mannschaftskapitän Fabian Bröcker nach dem Abpfiff sehr enttäuscht. Auf der Pressekonferenz sprachen dann zwar beide Trainer von einem sehr glücklichen Sieg der Platzherren, doch das nutzte der Ankercrew am Ende nichts.
„Ich kann meinem Team absolut keinen Vorwurf machen. Es hat sehr gut gespielt und gekämpft und dem neuen Spitzenreiter alles abverlangt. Ich hoffe, dass sich die Mannschaft nun wenigstens am Mittwoch beim Pokalspiel in Greifswald belohnt“, so Lange.
Eine lange Pause hat das Ankerteam aber nicht, denn vor der Elf von Timo Lange steht eine harte englische Woche. Nach der heutigen Trainingseinheit müssen die Hansestädter am Mittwoch bereits wieder reisen, denn am Mittwoch ab 14 Uhr muss die Mannschaft im Pokalachtelfinale beim FC Pommern Greifswald Farbe bekennen. Zum Abschluss dieser Woche gastiert dann am Sonnabend Aufsteiger Lichtenberg 47 in Wismar. Eine Bitte des Wismarer Oberligisten um Spielverlegung auf Sonntag stimmten die Hauptstädter aus „organisatorischen“ Gründen leider nicht zu.
Text: Bernhard Knothe
Fotos: Andreas Knothe