Um 15.50 Uhr brach er los der Jubel und aus den Lautsprechern schallte der Titel „So ein Tag, so wunderschön wie heute, so ein Tag, der dürfte nie vergehn“. Warum? Im zwölften Heimspiel dieser Saison gelang den Hansestädtern mit einem 4:2 über den BSC Brandenburg Süd der erste Heimsieg. Und mit diesem Erfolg hielten die Gastgeber die kleine Flamme des Klassenerhaltes am Brennen und können weiter vom „Wunder von Wismar“ träumen.
Vor dem Spiel gegen die Havelstädter gedachten Spieler und Zuschauer Ehrenmitglied Klaus-Peter „Walze“ Stein, der am 4. Mai überraschend verstorben war.
Lange hatte es das nicht mehr gegeben im Wismarer Kurt-Bürgerstadion, dass die Zuschauer bei Spielzügen applaudierten, doch sie erkannten während der gesamten Partie den unbedingten Siegeswillen ihres Teams. Auch wenn es bereits in der 10. Minute einen Rückschlag gab, als die Gäste mit 1:0 in Führung gingen. Doch praktisch im Gegenzug gelang Mannschaftskapitän Fabian Bröcker der Ausgleich, als er nach Eingabe von Marcel Heine aus sechzehn Metern flach ins linke Eck traf.
Und das Ankerteam setzte nach und blieb spielbestimmend. Einen sehr guten Eindruck hinterließ dabei auch der in Dassow geborene Hannes Komoss, der sein erstes Spiel für das Oberligateam absolvierte. In der 33. Minute setzte sich dann Felix Dojahn auf der linken Seite durch und seine Flanke hämmerte Marcel Heine ins Tor der Havelstädter. Mit etwas Glück hätten die Gastgeber diese Führung noch vor der Pause ausgebaut, doch Hannes Komoss und Dennis Martens scheiterten am guten Brandenburger Schlussmann. In der Schlussminute klatschte ein Distanzschuss von Bröcker an die Latte.
Das sollte sich in der zweiten Hälfte rächen. Nachdem ein Kopfball von Komoss das Brandenburger Gehäuse nur um Zentimeter verfehlt hatte, kamen die Gäste besser ins Spiel und drückten die Ankerelf in die eigene Hälfte. Zu viele Fehlabspiele hemmten den Spielfluss der Ankercrew und das Team von Trainer Mario Block nutzte das zum Ausgleich. Ein tückischer Aufsetzer von Rene Goerisch überraschte Ankerkeeper Kevin Suppa, der diesmal den Vorzug vor Maik Sadler erhielt.
Sebastian Schiewe wurde in der 68. Minute eingewechselt und machte mit seinen beiden ersten Saisontreffer den ersten Heimsieg perfekt.
Danach war das Ankerteam in der Abwehr voll gefordert, aber das Team von Trainer Dinalo Adigo blieb mit Konterangriffen ebenfalls gefährlich. Und als er in der 68. Minute Sebastian Schiewe einwechselte, konnte er noch nicht ahnen, dass dieser der Matchwinner sein sollte. In der 74. Minute war es wieder Felix Dojahn, der bis zur Grundlinie durchgebrochen war, nach innen passte und Schiewe die Kugel nur noch über die Linie drücken musste. Da ist es zu verschmerzen, das „Doje“ selbst in der 87. und 90. Minute noch zwei weitere Riesen vergab. Und da aller Guten Dinge drei sind, war es Dojahn dann auch, der die Eingabe zum Endstand von 4:2 durch Schiewe für die Hansestädter gab.
„Auf ein Neues am Sonnabend“ freute sich Felix dann bereits auf die Partie am Sonnabend ab 14 Uhr gegen den Neuling VSG Altglienicke.
Text und Foto: Bernhard Knothe