Oberliga Nordost Nord 2012/13 - Spielbericht
1. Spieltag - Sonntag, 12.08.2012 - 14:00
BFC Viktoria 89 - SV Altlüdersdorf 2:1 (0:1)
BFC Viktoria 89: Marc Stillenmunkes - Julian Austermann, Robert Schröder, Patrick Leutloff, Gökhan Ahmetcik - Christopher Bräuer (56. Damantang Camara), Norbert Lemcke - Burak Mentes, Cemil Mengi (88. Stefan Gehring), Ümit Ergirdi - Adrijan Antunovic (86. Manuel Marschel)
Trainer: Thomas Herbst
SV Altlüdersdorf: Robert Schelenz - Zvonimir Penava, Kevin Lentz (86. Nikola Vujicic), Koray Yesilli, Jerome Maaß - Emre Demir (70. Sebastian Lentner), Özgür Özvatan - Sven Marten, Thomas Brechler (84. Deniz Gümüsdag), Waled Enani - Ibrahima Sory Cissé
Trainer: Ersan Parlatan
Tore: 0:1 Sven Marten (44.); 1:1 Adrijan Antunovic (Foulelfmeter, 64.); 2:1 Damantang Camara (69.)
Schiedsrichter/in: Stefan Karnatz (Tessin) - Assistenten: Florian Markhoff (Kritzmow), André Kluwe (Vilz)
Zuschauer: 152
Gelbe Karte: Gökhan Ahmetcik, Norbert Lemcke / Sven Marten, Jerome Maaß
Gelb/Rote Karte: - / Ibrahima Sory Cissé (80., wiederholtes Foulspiel)
Vergebener Elfmeter: Ümit Ergirdi (Handelfmeter, 24., über das Tor) / -
SVA ärgert den Topfavoriten, schrammt aber an Überraschung vorbei
Gespannt war man beiderseits auf den Saisonstart. Viktoria wird von fast allen Experten als Topfavorit auf den Meistertitel gehandelt, stand entsprechend unter Druck. Altlüdersdorf konnte in dieses Spiel locker als Außenseiter gehen, wollte aber auf keinen Fall so wie im Vorjahr untergehen (1:6). Mit gewissem Optimismus ging man dieses Unterfangen an. Lange Zeit sah es auch vielversprechend aus. Insgesamt hatten aber Viktoria und Schiri Karnatz etwas gegen eine Überraschung.
Von Beginn an war das Spiel klar zu lesen. Der Gastgeber versuchte die Initiative zu ergreifen und das Spiel zu bestimmen. Doch der SVA stand taktisch gut aufgestellt, betrieb hohen Laufaufwand und verschob prima. Nach vorn suchte man sein Glück dann im schnellen Umkehrspiel. Chancen blieben beiderseits vorerst Mangelware. Die besten Möglichkeiten hatten zunächst sogar die Lila–Weißen, eine erste durch Brechler. Er nahm einen langen Freistoß von Özvatan direkt, für Keeper Stillenmunkes trotzdem problemlos (5.). Dann bekam Cissè eine schöne, flache Eingabe von Marten vor dem Tor nicht gut unter Kontrolle (12.). Marten hatte sich zuvor den Ball gut erkämpft.
Auf der anderen Seite sorgte dann Schiri Karnatz für ein erstes Raunen und Kopfschütteln unter Spielern und Zuschauern. Nachdem Lentz einen Ball nicht konsequent und kompromisslos klärte, kam Özvatan zur Hilfe. Bei einem Pressschlag mit einem Gegenspieler sprang ihm der Ball an den Arm. Kein klares Handspiel und Absicht lag schon gar nicht vor, nur eine Amputation hätte geholfen. Trotzdem die Entscheidung – Strafstoß. Aber die Gerechtigkeit hielt Einzug und Ergirdi jagte das Leder über den Balken (24.). Ein Freistoß von Ahmetcik, zwei Meter am SVA–Tor vorbei, war der letzte erwähnenswerte Torschuss der Gastgeber in Abschnitt eins.
Da sich beide Teams im Mittelfeld fast neutralisierten, verlebten beide Torhüter eine geruhsame Halbzeit. Bis zur 44. Minute. Da eroberte Enani kurz hinter der Mittellinie den Ball vom Gegner, lief noch ein paar Meter und spielte einen glänzenden Außenrisspass zu Marten auf die rechte Seite. Der nahm das Leder knapp im Strafraum an und wuchtete es unhaltbar in die Maschen – 0:1 (44.).
Nach dem Wechsel zunächst das gleiche Bild und die gleiche Taktik. Viktoria wurde jetzt aber aktiver, man wollte unbedingt die Punkte in der Bosestraße behalten. Entlastung der Gäste einmal durch Marten (50.), dessen Eingabe aber abgefangen wurde. Und nach einem Pass von Enani kam Marten etwas zu spät, um einen Heber anzusetzen, Keeper Stillenmunkes konnte vorher klären (62.). Viktoria bis dahin nur mit einem Schussversuch von Ergirdi, der aber weit vorbei ging (53.).
Mit der Einwechslung von Stürmer Camara erhöhte Viktoria noch einmal den Druck, das merkte man auch schnell bei den Gästen. Der Zugriff auf dieses junge Talent gelang nicht immer. Trotzdem benötigte der Gastgeber einen zweiten zweifelhaften Strafstoß zum Torerfolg. Özvatan hielt im Mittelfeld den Ball zu lange und verlor ihn. Schnelles Zuspiel in den Lauf von Camara. Im Duell gegen den deutlich kleineren Maas witterte Camara bei einem Schubser die Chance auf ein Geschenk. Er ließ sich fallen und bekam den „Elfer“. Diesmal trat Antunovic an und verwandelte sicher (64.).
Der SVA war kurzzeitig verunsichert, verlor seinen Rhythmus. Das nutzte Viktoria in Person von Camara rigoros. Ein Zuspiel von Mengi erlief er sich im Rücken der SVA–Abwehr und traf mit einem überlegten Schuss ins lange Eck zur Führung (69.). In der Folge war der Favorit das bessere Team und spielte jetzt gelassen mit der Führung im Rücken. Und als dann Cissè im Anschluss an eine Ecke plötzlich eine zweite Gelbe bekam und vom Platz musste (80.), schien das Spiel sowieso gelaufen. Es war auch fast so.
Altlüdersdorf versuchte noch durch zwei Wechsel etwas zu bewegen, es gab aber beiderseits nur noch eine erwähnenswerte Aktion. Bei einem Konter von Viktoria war der eingewechselte Marschel plötzlich völlig frei im Gästestrafraum, scheiterte aber an einer klasse Reaktion von SVA–Torhüter Schelenz (89.). Für die Gäste versuchte sich Gümüsdag mit einem Fernschuss, aber weit über das Tor des BFC (90.).
Letztlich blieb es beim knappen Erfolg des hohen Favoriten. Der SVA „verkaufte sich teuer“ und mit etwas Glück hätte man...., aber es sollte nicht sein. Für die nächsten Spiele kann man trotzdem positiv voraus blicken.
Dirk Wieland