Oberliga Niedersachsen 2011/12 - Spielbericht
9. Spieltag - Sonntag, 02.10.2011 - 15:00
SV Holthausen/Biene - Rotenburger SV 0:2 (0:1)
SV Holthausen/Biene: Jonas Gottwald - Robin Löpke, Jörn Härtel, Malte Weusthof (80. André Hilling), Thorben Rattelsdorfer, Dennis Thueroff, Sascha Wald, Steffen Menke (64. Josef Arning), Werner Hofschröer, Dennis Brode, Ulrich Manemann (72. Frank Gerdelmann)
Trainer: Alfons Weusthof
Rotenburger SV: Henner Lohmann - Sebastian Harth, Christoph Drewes, Klaas Rathjen, Andreas Kiel - Morad Bounoua, Tobias Kirschke (86. Bertrand Bingana), Tim Ebersbach - Drilon Demaku, Achraf Ouro-Gnaou (64. Güven Ayik) - Thomas Friauf (71. Jannis Oberbörsch)
Trainer: Jamal Bounoua
Tore: 0:1 Thomas Friauf (41.); 0:2 Jannis Oberbörsch (82.)
Schiedsrichter/in: Tim Thoelenjohann (Merzen) - Assistenten: Max-Magnus Lünebrink (Bohmte), Daniel Fleddermann (Nordhorn)
Zuschauer: 535
Rotenburger Kreiszeitung
Friauf und Oberbörsch versetzen Biene die Stiche
RSV verlässt nach 2:0 den Abstiegsrang / Bounoua als „le chef d‘orchestre“
Aus Lingen-Biene berichtet
Matthias Freese
LINGEN-BIENE · Die öffentliche Pressekonferenz auf der Sportanlage am Biener Busch wollte sich keiner der Oberliga-Fußballer des Rotenburger SV entgehen lassen. Also eilten sie – teils nur mit einem Handtuch um die Hüften geschwungen – aus der Kabine, um gespannt zu lauschen, was ihr Trainer Jamal Bounoua Positives über sie zu sagen hatte. Kein Wunder, schließlich gelang den Wümme-Kickern beim Spitzenteam SV Holthausen/Biene mit einem 2:0 (1:0)-Sieg das erste Erfolgserlebnis nach vier Pleiten – und der Sprung vom Abstiegsplatz.
„Das war sicher ein Ausgang, den wir so nicht erwartet hatten“, eröffnete der Stadionsprecher die Pressekonferenz. Und erntete prompt Widerspruch von Sebastian Harth. „Also, ich ja“, entgegnete der rechte Außenverteidiger, nur hörbar für die mit ihm auf dem Rasen sitzenden Teamkollegen. Harth war wie die gesamte Abwehr – links lief Andy Kiel auf, in der Mitte agierten Klaas Rathjen und Christoph Drewes – einer der Hauptgaranten für den kleinen Coup beim so erfolgreich in die Saison gestarteten Mitaufsteiger aus dem Emsland. Dahinter präsentierte sich Keeper Henner Lohmann ebenfalls sehr souverän, davor hatte Jamal Bounoua gleich drei Sechser postiert: Kapitän Tim Ebersbach, „Wühler“ Tobias Kirschke und seinen Bruder Morad, der nahezu jeden Ball behauptete und von seinem Vater Larbi, dem ehemaligen Nationalspieler, als „le chef d‘orchestre“ bezeichnet wurde. Achraf Ouro-Gnaou und Drilon Demaku unterstützen wiederum Thomas Friauf, der als einzige Sturmspitze auflief.
Das eher defensive „Tannenbaum-System“ verfehlte seine Wirkung nicht. „Das war ein weiterer Schritt in die richtige Richtung. Einer hat für den anderen gekämpft“, fand Thomas Friauf. Und auch der erfahrene Alois Weusthof, Coach des Lingener Clubs, zollte nach der dritten Niederlage in Serie dem Gegner Respekt: „Die Spielweise ist legitim. Ich gratuliere dem RSV, er hat es im Rahmen seiner Möglichkeiten hundertprozentig umgesetzt. Wir sind dagegen rumgelaufen, als wenn wir einen Rucksack auf dem Rücken gehabt hätten. Das war viel Aufwand im Ansatz, aber wir haben die Aktionen selbst wieder unscharf gemacht.“
RSV-Trainer Bounoua lobte vor allem die „Laufbereitschaft – die Jungs müssen verstehen, dass es nur so geht. Dann können wir jeden Gegner schlagen.“ Vor allem, wenn es auch vorne klappt. Friauf war ein ständiger Unruheherd und belohnte sich in der 42. Minute mit dem 1:0. Einen Abschlag von Lohmann hatte zuvor Bienes Torben Rattelsdorfer unterlaufen, sodass Demaku den Stürmer bedienen konnte. Allzu viel hatten die Gastgeber gegen eine aufmerksame RSV-Abwehr nicht an Chancen entgegenzusetzen, die dickste, ein Kopfball von Dennis Brode, klärte Drewes auf der Linie (52.). Stattdessen hätte der RSV mit diversen Kontern früh weitere Stiche setzen und Biene vernaschen können. Insbesondere Ouro Gnaou (56.), Demaku (60.) und der eingewehselte Güven Ayik (66.), der aber schließlich clever das 2:0 von Jannis Oberbörsch vorbereitete (83.). So durfte auch Jamal Bounoua nach Wochen der Enttäuschung wieder lachen. Und betonen: „Ich hoffe, wir nehmen das Selbstvertrauen in die nächsten Spiele mit.“