Kopfgrafik


Oberliga Niedersachsen 2011/12 - Spielbericht

6. Spieltag - Samstag, 10.09.2011 - 18:00
SC Langenhagen - VfB Oldenburg 0:1 (0:0)





Hunte Report

Ehles Joker stechen richtig

Von
Fabian Speckmann

Langenhagen. Das nennt man wohl ein „glückliches Händchen“. Kaum hatte Timo Ehle seinen finalen Wechsel vollzogen und Dionisos Ipsilos für Patrick Degen gebracht, da lag der Ball im Tor des SC Langenhagen. Mit seiner ersten Ballberührung hatte der 24-jährige für den VfB Oldenburg getroffen, zum Sieg.

Es war ein unbedingt verdienter, allerdings auch schwer erkämpfter Erfolg. Nach zwei Niederlagen hatte Timo Ehle seine Mannschaft auf verschiedenen Positionen verändert. Auf die gesperrten Jan Löhmannsröben und Robert Littmann hatte er ohnehin verzichten müssen. Außerdem wechselte der Trainer seinen Angriff aus. An Stelle von Sebastian Ferrulli und Mehmet-Ali Fidan standen Patrick Degen und Alexander Tschalumjan in der ersten Elf. Auf der rechte Seite verteidigte erstmals Sebastian Gruhle, Peer-Bent Wegener rückte in die Mitte neben Tim Petersen. Im defensiven Mittelfeld sollte Fabian Burdenski abräumen, Mehmet Ari dagegen rückte vom linken Flügel auf die Spielmacher-Position. Auf der linken Seite sollte Abdullah Bastas Akzente im Spiel nach vorn setzen.

Trotz der Umstellungen war der VfB die präsentere Mannschaft. Lautstark angetrieben von den zahlreichen Oldenburger Fans machten die Gäste das Spiel, ohne sich jedoch zwingende Chancen zu erspielen. Langenhagen stand sehr tief, wollten die Oldenburger offensichtlich kommen lassen, um dann gefährlich zu kontern. Eine Taktik, die nur defensiv aufging, denn den eigenen Strafraum erklärten die Gastgeber gleich mal zur Sperrzone und dem VfB mangelte es an Esprit, um eine Lücke zu finden.

Ansatzweise gefährlich wurde es allein durch Einzelaktionen, etwa von Ari, dessen Schuss nach einer Viertelstunde allerdings abgeblockt wurde. In der 21. Minute hatte der VfB dann tatsächlich die Chance zur Führung. Bastas hatte sich auf der linken Seite durchgesetzt und den Ball klug in die Mitte gespielt. Doch Degen trat über das Spielgerät und Jascha Stern verfehlte das Tor knapp.

Weil die Gastgeber sich in den ersten 45 Minuten weigerten, auch nur einen Anschein von Offensivspiel zu entwickeln und der VfB spätestens an der Strafraumgrenze durch die eigene Ratlosigkeit Grenzen aufgezeigt bekam, ging es torlos in die Kabinen.

Den Spielstand hätte Torben Deppe unmittelbar nach dem Wiederanpfiff verändern können, doch freistehend zielte er aus kurzer Distanz neben das Tor. Glück für den VfB, der gleichwohl noch einen weiteren Wachrüttler benötigte, um die notwendige Aggressivität zu entfachen, die es braucht, um zu gewinnen. Selbigen gab es durch Braczkowski, der die Kugel nach einer Stunde an den Pfosten setzte.

Im direkten Gegenzug sorgte der VfB für Gefahr. Burdenski hatte sich durchgesetzt, dann klug zu Tschalumjan gepasst, dessen Schuss Torhüter Alexander Dlugaiczyk allerdings zur Ecke lenken konnte. Timo Ehle reagierte mit Wechseln im Zehn-Minuten-Takt. Den Anfang machte er mit Karim Jahjah, der an Stelle von Stern fortan die rechte Aussenbahn entlang wirbeln sollte. Der junge Offensivspieler, der sich mit guten Leistungen in der U23 empfohlen hatte, spielte unbekümmert auf und brachte frischen Schwung ins Oldenburger Tun, das fortan deutlich mehr Struktur hatte.

Nach 70 Minuten brachte Ehle mit Sebastian Ferrulli für Alexander Tschalumjan einen neuen Stürmer und auch der rechtfertigte das Vertrauen des Trainers mit einem deutlich formverbesserten Auftritt. Der VfB machte Druck, schnürte die Gastgeber ein, allein es fehlte das Tor. Zehn Minuten vor Schluss sollte der Trainer schließlich seinen letzten Joker ziehen. Dio Ipsilos kam für Degen. Der 24-jährige hatte nach einer monatelangen Verletzung über die U23 Spielpraxis gesammelt und war eigentlich schon für die Anfangself vorgesehen, doch im Training hatte sich der Angreifer eine Zerrung zugezogen die allenfalls einen Kurzeinsatz rechtfertigte.

Das alles war vergessen, denn Ipsilos feierte einen Einstand, wie er besser nicht hätte sein können. Ferrulli hatte einen Freistoss ins Zentrum gelupft und dort stand der Deutsch-Grieche, dankbar, den Ball ins Tor stupsen zu können (82.). Den Erfolg brachten die Oldenburger schließlich über die Zeit. Zwar hätten sie bei drei guten Konterchancen noch auf 0:2 erhöhen können, doch auch Langenhagen hatte noch eine Möglichkeit. Torben Deppe allerdings scheiterte an Christian Meyer.

Timo Ehle: Es war ein hartes Stück Arbeit, auch, weil wir uns das Leben selbst schwer gemacht haben. Vor allem in der ersten Halbzeit fehlte mir der Zug zum Tor. Allerdings sollte man auch mal sehen, dass wir jetzt das vierte Auswärtsspiel gewonnen. Das ist keine schlechte Bilanz. Die Jungs haben sich den Sieg heute verdient.

Sebastian Ferrulli: Natürlich hatte ich einen dicken Hals, weil ich draußen war. Aber das muss man akzeptieren. Der Trainer entscheidet das und meine Leistung war zuletzt nicht so gut, gerade, wenn man den Anspruch hat, Führungsspieler zu sein. Heute haben wir das Glück gezwungen und ich denke, auch verdient gewonnen.

Dio Ipsilos: Es ist einfach ein geiles Gefühl, nach so langer Zeit mal wieder in der Oberliga auf dem Platz zu stehen und, dass ich dann auch gleich noch treffe, ist natürlich super. Ich freue mich einfach, beim VfB spielen zu können. Mir kam es beim Wechsel nicht aufs Geld an, sonst hätte ich woanders hingehen müssen. Ich wollte unbedingt für einen Traditionsverein spielen.

Karim Jahjah: Ich freue mich riesig, dass der Trainer mir das Vertrauen gegeben hat. Ich habe versucht, mich über gute Leistungen in der U23 anzubieten und denke, das hat der Trainer gesehen. Heute war aber nur wichtig, dass wir gewonnen haben.


Zurück Zurück