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Oberliga Niedersachsen 2011/12 - Spielbericht

3. Spieltag - Samstag, 20.08.2011 - 16:00
Rotenburger SV - Eintracht Braunschweig II 2:3 (1:1)


Rotenburger Kreiszeitung

Ayik übt nach 2:3 gegen Braunschweig II Selbstkritik
RSV-Abwehr schläft bei allen Gegentoren / Pröhl gleicht aus, Friauf verkürzt

Von Matthias Freese

Rotenburg - Für zwei echte Hingucker gab es sogar Szenenapplaus vom Publikum: Erst versuchte es Jannis Oberbörsch in der Schlussphase per Fallrückzieher, kurz darauf auch Thomas Friauf. Beide jedoch ohne Erfolg. Und da die Oberliga-Fußballer des Rotenburger SV ein teilweise desolates Abwehrverhalten gegen Eintracht Braunschweig II an den Tag legten, befinden sie sich bereits nach drei Punktspielen in akuter Abstiegsgefahr. Gegen keineswegs übermächtige Gäste setzte es eine unnötige 2:3 (1:1)-Niederlage.

„Für mich ist es das erste Mal, dass ich sehr enttäuscht von meiner Mannschaft bin. Für mich war die Leistung nicht nachvollziehbar. Das war ein Gegner, den wir hätten schlagen müssen“, wunderte sich RSV-Coach Jamal Bounoua über diesen Auftritt vor 140 Zuschauern im Ahe-Stadion.

Es scheint fast so, als würde sich der Ausgang eines Spiels für den RSV bereits in den ersten 20 Minuten entscheiden. In drei von bisher vier Pflichtspielen überstand der Aufsteiger diese heikle Phase nicht unbeschadet und verlor am Ende: Im Pokal gegen den TuS Heeslingen gab es in der elften Minuten den ersten Gegentreffer, gegen Eintracht Nordhorn in der 17. – und nun gegen Braunschweig II in der 13. Minute. Nur beim BV Cloppenburg (1:1) stand die Abwehr – dank Innenverteidiger Christoph Drewes, der nun aber gesperrt fehlte und schmerzlich vermisst wurde. „Es ist schwer, einen Drewes zu ersetzen“, weiß auch Bounoua. Klaas Rathjen versuchte es zumindest, agierte auch engagiert und kommunikativ, doch an der Abstimmung mit den Nebenleuten – kein Wunder – haperte es noch.

Das begann beim 0:1, als Sebastian Harth und Atdhe Haliti nicht fix genug zurückkamen und Rathjen sowie Emmanuel Ngon à Goufan im Stich ließen – Philipp Stucki war der Nutznießer (13.). „Rotenburg hatte zunächst keine Lösung, uns zu knacken“, war Braunschweigs Coach und Ex-Profi Henning Bürger in der ersten Halbzeit aber nur mit den ersten 20 Minuten einverstanden. So gelang nach der besten RSV-Szene der Partie in der 33. Minute der Ausgleich – einen langen Diagonalball von Morad Bounoua leitete Tim Ebersbach auf den Torschützen Nikolai Pröhl weiter. Jetzt wurde der RSV gleichwertig und besaß fortan gute Chancen. Doch vor allem Güven Ayik, dem bereits in der zwölften Minute ein klarer Elfmeter nach einer Ringeinlage von Emre Turan vom schwachen Referee Björn Förster (SW Enzen) verweigert worden war, rannte sich bei manch verheißungsvollem Solo noch fest. Hinterher räumte er selbstkritisch ein: „Ich muss lernen, früher den Abschluss zu suchen.“

Wie es geht, zeigten andere. Etwa Braunschweigs Benjamin Fuchs, der beim 2:1 davon profitierte, dass Jan Fitschen abermals zu weit von den Leuten wegstand (68.). Oder auch Stucki, der nach Flachpass von Fuchs schneller reagierte als Rathjen (73.). Immerhin: Der eingewechselte Thomas Friauf ließ nach seinem 2:3 per Einzelaktion (76.) zwar wieder Hoffnung aufkeimen. Doch Bounoua (82.) und Bertrand Bingana (90.+2) vergaben beste Möglichkeiten. „Da war viel mehr drin – traurig“, stöhnte auch Güven Ayik.


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