Oberliga Niedersachsen 2011/12 - Spielbericht
24. Spieltag - Sonntag, 11.03.2012 - 15:00
Rotenburger SV - BSV Rehden 1:4 (0:0)
Rotenburger SV: Torben Stradtmann - Christoph Drewes, Andreas Kiel, Jannes Bade, Klaas Rathjen, Tim Ebersbach, Patrick Werna, Güven Ayik (53. Nikolai Pröhl), Drilon Demaku, Tobias Delventhal, Atdhe Haliti (62. Jannis Oberbörsch)
Trainer: Morad Bounoua
BSV Rehden: Rene Damerow - Viktor Pekrul (56. Cüneyt Özkan), Thorsten Tönnies, Manuel Meyer, Michael Wessel, Maarten Schops, Christian Schiffbänker, Christian Hegerfeld (75. Florian Greve), Jens Buddecke (72. Granit Curri), Mehmet Koc, Danny Arend
Trainer: Jürgen Stoffregen
Tore: 0:1 Christian Hegerfeld (61.); 0:2 Cüneyt Özkan (71.); 0:3 Christian Schiffbänker (78.); 0:4 Florian Greve (84.); 1:4 Drilon Demaku (87.)
Schiedsrichter/in: Hauke-Jörn Rüther (Göttingen) - Assistenten: Dominic Schleicher (Osterode), Sven Begas (Göttingen)
Zuschauer: 160
Rotenburger Kreiszeitung
60 Minuten hält die Abwehr, dann patzt der RSV – 1:4
Stradtmann entnervt Rehden / Wernas unglückliche Wandlung / Demaku trifft
Von Matthias Freese
Rotenburg - Als Jürgen Stoffregen wegen der anberaumten Pressekonferenz das Sportlerheim des Rotenburger SV betrat und dort die Übertragung des Bundesligaspiels zwischen Werder Bremen und Hannover 96 erblickte, wirkte er angesichts des Zwischenstands (3:0) geschockt. „Oh Gott“, entfuhr es dem Trainer des BSV Rehden, der ein alter 96er ist. Ein Ausspruch, der 60 Minuten lang auch für seine Oberliga-Fußballer hätte gelten können. Am Ende stand im Ahe-Stadion aber doch ein standesgemäßer 4:1 (0:0)-Sieg für den Regionalligaanwärter.
Eine geschlagene Stunde lang bestürmte Rehden das Tor der sich tapfer wehrenden Rotenburger erfolglos, setzte die Gastgeber aber so sehr unter Druck, dass diese kaum zum Luftholen kamen. Doch vergab der Tabellenvierte allein im ersten Durchgang zehn Chancen, da auch Keeper Torben Stradtmann mehrfach glänzend reagierte und kurz vor der Pause beim Schuss von Danny Arend an die Lattenunterkante mit Fortuna im Bunde stand (45.).
„Wenn wir cleverer sind, gehen wir sogar in Führung“, haderte RSV-Stürmer Güven Ayik, der bei seinen Dribblings und vor allem mit seinen Standards große Gefahr ausstrahlte, sich aber bereits in der Anfangsphase zerrte und in der 54. Minute für Nikolai Pröhl Platz machte. Mit Ayik ging auch die Rotenburger Torgefahr, er hatte schließlich Adthe Haliti (3.) und Drilon Demaku (13.) zu dicken Dingern verholfen.
Demaku traf immerhin in der 87. Minute zum 1:4, indem er den zu weit vor seinem Kasten postierten Torwart René Dammerow nach einem Pass von Tobias Delventhal geschickt mit einem scharfen Lupfer überlistete. Da war die Niederlage allerdings längst beschlossene Sache.
Was Rehdens Stürmern zunächst nicht gelingen wollte, vollzog letztlich Flügelspieler Christian Hegerfeld: Der Linksfuß nutzte eine Kopfballabwehr von Rotenburgs bemühtem, aber unsicherem Außenverteidiger Jannes Bade in die Füße des Gegners und vollstreckte mit rechts zum 1:0 (61.). „Gott sei Dank hat er den Bann gebrochen“, betonte Jürgen Stoffregen. Auch der Schütze wusste um die Bedeutung seines Treffers: „Aber unser Tor war ja eine Frage der Zeit, wir haben Rotenburg doch an die Wand gespielt.“
Was nach der Führung folgte, erinnerte ein wenig an das Rehdener 7:0 im Hinspiel. In schöner Regelmäßigkeit erhöhten Cüneyt Özkan, Christian Schiffbänker und Florian Greve auf 4:0 (70./77./83.). „Wir fighten gut, wir spielen gut mit, aber wir müssen diese Fehler abstellen. Wenn wir das nicht tun, werden wir kein Spiel gewinnen“, grantelte der grippekranke und deshalb auf der Bank gebliebene RSV-Coach Morad Bounoua. Seine Kritik traf insbesondere auf Patrick Werna zu, der auf der ungewohnten Sechser-Position eine starke erste Halbzeit ablieferte und in dieser Zeit für seinen Trainer sogar „der beste Mann bei uns war“. Doch dann leitete der 23-Jährige mit einem unnötigen Ballverlust und einem Fehlpass die Treffer zum 0:2 und 0:4 ein. Und so fasste Güven Ayik treffend zusammen: „Gegen so eine Mannschaft kannst du verlieren, aber wir haben uns selbst alles kaputt gemacht.“