Oberliga Niedersachsen 2011/12 - Spielbericht
2. Spieltag - Sonntag, 14.08.2011 - 15:00
Lüneburger SK Hansa - VfB Oldenburg 1:2 (1:0)
Lüneburger SK Hansa: Alexander Walter - Daniel Stäcker (83. Benjamin Tillack), Stephane N`Kok, Hakan Suyer (77. Marvin Mißfeld), Maik Kruse, Stefan Wolk, Hauke Hübscher, Felix Beck, Torben Tutas, Stefan Richter, Finn-Patrick Gierke (85. Raphael Staffeldt)
Trainer: Gerd Bruns
VfB Oldenburg: Christian Meyer - Nicolas Ludwig, Robert Littmann, Tim Petersen, Julian Harings - Fabian Burdenski, Mustafa Azadzoy (20. Jascha Stern), Jan Löhmannsröben, Mehmet Ari (89. Alexander Dreher) - Sebastian Ferrulli, Mehmet Ali Fidan (46. Alexander Tschalumjan)
Trainer: Timo Ehle
Tore: 1:0 Felix Beck (13.); 1:1 Jascha Stern (55.); 1:2 Alexander Tschalumjan (62.)
Schiedsrichter/in: Michael Ehrenfort (Hamburg) - Assistenten: Henry Wagner (Hamburg), Torben Kunde (Hamburg)
Zuschauer: 500
Gelb/Rote Karte: Torben Tutas (75.) / Fabian Burdenski (85.)
Hunte Report
VfB gewinnt farbenfrohe Wasserschlacht
Von
Fabian Speckmann
Lüneburg. Der VfB Oldenburg hat einen perfekten Saisonstart geschafft. Mit einer Energieleistung siegten die Oldenburger in einer farbenfrohen „Wasserschlacht“ beim Lüneburger SK 2:1. Im Dauerregen trafen Jascha Stern und Alexander Tschalumjan für die Gäste.
Fast schon gewohnheitsmäßig hatte Timo Ehle seine Mannschaft auf verschiedenen Positionen umgestellt. An Stelle des verletzten Peer-Bent Wegener, der die Mannschaft ebenso in die Heide begleitet hatte, wie die außerdem verletzten Mansur Faqiryar und Nick Köster, verteidigte Tim-Kay Petersen innen. Im linken Mittelfeld kam diesmal Mehmet Ari zum Einsatz, zentral durfte Mustafa Adzadzoy beginnen und im Angriff bekam Mehmet-Ali Fidan eine Chance von Anfang an.
Auf tiefem, aber gut bespielbaren Grund waren es allerdings die Gastgeber, die in den ersten Minuten klar den Ton angaben. Der VfB ließ sich früh in die eigene Hälfte drängen und fand kein Mittel, um selbst gefährlich zu werden. Erschwerend kam hinzu, dass die Oldenburger offensiv nicht in der Lage waren, den Ball festzumachen, um nachrücken und sich so befreien zu können. Fast schon folgerichtig war die Lüneburger Führung nur eine Frage der Zeit.
Nach 13 Minuten konnte Felix Beck aus gut 18 Metern abziehen. Sein Schuss wurde noch abgefälscht, so dass Torhüter Christian Meyer, der auf dem Weg in die andere Ecke war, entsetzt zuschauen musste, wie die Kugel im Netz landete. Timo Ehle hatte es längst die Laune vollkommen verhagelt und er reagierte. Bereits nach zwanzig Minuten beorderte er Azadzoy vom Platz. Dem jungen Mittelfeldspieler war bis dahin gar nichts gelungen. Seinen Part übernahm fortan Fabian Burdenski, für die rechte Seite brachte Ehle dann Jascha Stern. Maßnahmen, die sich auszahlten, wie sich später noch zeigen sollte.
Es dauerte bis zur 24. Minute, ehe die Oldenburger ein erstes Lebenszeichen abgaben. Sebastian Ferrulli war nach einem Konter zum Schuss gekommen, aber an Torhüter Alexander Walter gescheitert. Sieben Minuten später zog sich Schiedsrichter Michael Ehrenfort erstmals den massiven Unmut der Gäste zu. Einem Kopfballtreffer von Robert Littmann verweigerte der Unparteiische die Anerkennung, weil er den aufgerückten Verteidiger im Abseits gesehen haben wollte. Eine unbedingt fragliche Entscheidung, die nicht eben dazu beitragen sollte, die Stimmung auf dem Grün zu schönen. Dort ging es längst ruppig zu und Ehrenfort war längst nicht immer im Bilde. Nach dem Schlusspfiff sollte er sechs gelbe und zwei gelb-rote Karten verteilt und bei allen Protagonisten für einiges Kopfschütteln gesorgt haben.
Die Lüneburger zollten gegen Ende der ersten Halbzeit ihrer schwungvollen Anfangsphase Tribut, kamen allerdings noch zu einer Chance. Der wuchtige Stefan Richter setzte den Ball allerdings an das Aussennetz (42.).
Nach dem Wechsel sollten die Fans dann einen deutlich besseren VfB erleben. Ganz offensichtlich hatte Timo Ehle in der Pause nicht nur den richtigen Ton, sondern auch die richtige Entscheidung getroffen. Für den schwachen Fidan, der in den 45 Minuten seines Wirkens nicht eine gefährliche Aktion hatte, brachte er Alexander Tschalumjan und der sollte sich umgehend anschicken, die Lüneburger Defensive komplett durcheinander zu wirbeln.
Der laufstarke Tschalumjan profitierte dabei allerdings auch immer wieder von klugen Pässen, etwa durch den starken Burdenski. Dessen Zuspiel in der 55. Minute nutzte Tschalumjan, um seinem Gegenspieler die Hacken zu zeigen, sein Schuss allerdings prallte an den Pfosten. Jascha Stern reagierte als erster und versenkte die Kugel mit einem strammen Schuss zum Ausgleich.
Jetzt war der VfB klar tonangebend und drängte auf die Führung. Selbige erspielten die Oldenburger in der 63. Minute. Robert Littmann hatte mit einem ganz feinen Solo einen Konter eingeleitet und Tschalumjan mit einem klugen Pass in Szene gesetzt. Der wiederum war nicht nur zu schnell für die Lüneburger Deckung, sondern hatte auch noch ganz viel Gefühl im Fuß. Aus vollem Lauf lupfte er den Ball über Torhüter Walter ins Netz und sorgte für Euphorie beim blau-weißen Anhang.
Nur drei Minuten später hätte der VfB das Spiel entscheiden müssen. Tschalumjan hatte den Ball nach einem Konter an den Pfosten gesetzt und auch Ari hatte Pech, denn Stephan Nkok konnte seinen Nachschuss auf der Linie abwehren. Mithin, der VfB schien das Spiel im Griff zu haben, das nur eine Minute später für Lüneburgs Torben Tutas zuende war, nachdem er die zweite gelbe Karte gesehen hatte.
Tatsächlich wurde es nochmal spannend. Der LSK erhöhte die Schlagzahl, gewillt, den Ausgleich zu erzielen und der VfB ließ konsequent jede sich bietende Konterchance gönnerhaft aus. Als vier Minuten vor Schluss auch Burdenski mit gelb-rot vorzeitig vom Platz musste, witterten die Gastgeber nochmals eine Chance, doch sie hatten am Ende keine mehr. Das war nicht zuletzt auch ein Verdienst der einmal mehr guten Oldenburger Abwehrleistung.
Timo Ehle: Die erste Halbzeit war nicht so gut, aber insgesamt denke ich, hat sich die Mannschaft gut reingekämpft und verdient gewonnen. Tschales Tor war sensationell, klar. Ich bin erstmal froh, dass wir jetzt etwas Zeit haben, um den Akku aufzufüllen, denn das war auf diesem Boden heute schon sehr kraftraubend. Montag und Dienstag ist frei und dann bereiten wir uns auf das nächste Spiel vor.