Oberliga Niedersachsen 2011/12 - Spielbericht
14. Spieltag - Samstag, 05.11.2011 - 14:00
Rotenburger SV - VSK Osterholz-Scharmbeck 0:1 (0:0)
Rotenburger SV: Tim Rogas - Christoph Drewes, Andreas Kiel, Sebastian Harth, Klaas Rathjen, Tobias Kirschke, Morad Bounoua, Thomas Friauf, Drilon Demaku (60. Tim Ebersbach), Jannis Oberbörsch (80. Nikolai Pröhl), Achraf Ouro-Gnaou (60. Güven Ayik)
Trainer: Jamal Bounoua
VSK Osterholz-S.: Florian Urbainski - Dennis Votava, Nikolaj Streater, Patrick Hermann, Julian Stroppel, Marius Bosse (68. Mahmoud Manaa), Sven Meinecke, Marco Ordenewitz, Jan-Niklas Linde (88. Florian Mohr), Josip Jurcevic, Robert Williams (46. Sawie Peewee)
Trainer: Günter Hermann
Tore: 0:1 Marco Ordenewitz (77.)
Schiedsrichter/in: Hauke-Jörn Rüther (Göttingen) - Assistenten: Johannes Dampc (Bad Harzburg), Julius Barth (Göttingen)
Zuschauer: 280
Rotenburger Kreiszeitung
Friauf-Vorlagen fahrlässig vergeben
RSV dominiert Partie gegen Osterholz-Scharmbeck – und unterliegt mit 0:1 / „Otze“ macht es
Von Matthias Freese
Rotenburg - Offenbar haben es sich die Oberliga-Fußballer des Rotenburger SV zur Aufgabe gemacht, den Bedürftigen der Liga tatkräftig unter die Arme zu greifen und die Kellerkinder wieder aufzupäppeln. Das war schon gegen den VfL Bückeburg so. Und nun profitierte auch der VSK Osterholz-Scharmbeck von der „sozialen Ader“ der Wümme-Kicker, die trotz bester Chancen und klarer Überlegenheit dem Schlusslicht vor eigenem Publikum mit 0:1 (0:0) unterlagen und sich selbst wieder der Gefahrenzone nähern.
Als eine Art Freiwilligendienst wollte RSV-Coach Jamal Bounoua das „Verteilen von Geschenken“ aber nicht bewertet wissen. „Wir wurden für unsere Fahrlässigkeiten hinten und unsere Inkonsequenz vorne bestraft“, ärgerte er sich über die überflüssige Niederlage.
Mitleid im Team der Gastgeber verdiente vor allem Sturmspitze Thomas Friauf, der denn auch nach dem Abpfiff frustriert auf dem Boden saß – den Kopf im Trikot versteckt. Friauf war als nimmermüder Vorlagengeber 90 Minuten unterwegs gewesen. Allein fünf Riesenchancen legte er seinen Kollegen auf. Doch die wussten damit nichts anzufangen. Jannis Oberbörsch zielte schon frühzeitig vorbei (3.) und traf die Latte (13.). „Mach’ das Ding rein“, haderte Friauf, als auch Drilon Demaku seine Flanke nur in die Arme von Osterholz’ Keeper Florian Urbainski köpfte (56.). Morad Bounoua setzte den Ball knapp neben das Tor (59.), Tobias Kirschke beförderte ihn abermals an die Latte (68.).
Ein halbes Dutzend weiterer bester Einschussmöglichkeiten ließ der RSV noch liegen – darunter auch Friauf selbst (66./90.+1). „Ich wäre schon mit einem 0:0 zufrieden gewesen“, räumte Osterholz’ Coach Günter Hermann nach der Partie an seiner alten Wirkungsstätte ein.
„Wir müssen es schon in der ersten Halbzeit klarmachen, bis zum Tor hatten die doch nicht eine Chance“, stellte Rotenburgs Außenverteidiger Sebastian Harth treffend fest und ergänzte: „Die stehen zusammen mit Bückeburg doch zu Recht da unten.“ Das sah auch Coach Jamal Bounoua so: „Ich glaube nicht, dass wir in der Liga noch mal auf einen so schwachen Gegner treffen.“ Umso mehr ist seine Enttäuschung zu verstehen. Allerdings wusste auch er, dass seine Defensive dieses Mal nicht immer sicher agierte, insbesondere der zuletzt so souveräne Innenverteidiger Klaas Rathjen offenbarte ungewohnte Schwächen. Vor dem 0:1 ließ es sich denn auch von Josip Jurcevic leicht ausspielen und gestattete die entscheidende Flanke. Zwar klärte Andy Kiel den Schuss von Marco Ordenewitz – Sohn von Ex-Profi Frank Ordenewitz – noch auf der Linie, schoss dabei aber Keeper Tim Rogas an, sodass Osterholz’ Verteidiger im zweiten Versuch traf (77.). „Wenn wir keinen Goalgetter haben, muss ich den ‚Otze‘ eben nach vorne holen“, wusste auch Günter Hermann um seinen an Harmlosigkeit kaum zu überbietenden Sturm und kündigte Nachbesserungen an – ein noch nicht spielberechtigter Rumäne ist bereits der erste Neue.
Nachlegen muss vielleicht auch der RSV in der Winterpause, um nicht noch unten reinzurutschen. „Das ist unsere Pflicht, darüber nachzudenken. Klar ist aber auch: Es wird keine Zugänge ohne Abgänge geben“, erklärte Bounoua.