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Oberliga Niedersachsen 2011/12 - Spielbericht

1. Spieltag - Samstag, 06.08.2011 - 15:00
Rotenburger SV - Eintracht Nordhorn 0:3 (0:3) [Ann.]


Rotenburger Kreiszeitung

Willkommen in der Oberliga: Nun redet Bounoua Tacheles
0:3 gegen Nordhorn / Kiel früh ausgewechselt / Ngon à Goufan als Lichtblick

Von Matthias Freese

Rotenburg - Die dunklen Wolken zogen mit einem Grummeln am Ahe-Stadion vorbei. Doch in der Kabine des Rotenburger SV entlud sich trotzdem ein Donnerwetter. „Es wurde in der Halbzeit lauter“, berichtete Jamal Bounoua. Auch während der Partie reagierte der sonst so besonnene Coach ungewohnt ungehalten. Aus gutem Grund: Mit einer desolaten Leistung in den ersten 45 Minuten hatten sich die Oberliga-Fußballer von der Wümme ihren Saisonstart versaut. Am Ende stand für den Aufsteiger eine 0:3 (0:3)-Heimpleite gegen Eintracht Nordhorn.

Willkommen in der Realität, willkommen in der Oberliga! „Da wird jeder Fehler gnadenlos bestraft. So können wir nicht ansatzweise hoffen, dass wir ein Spiel gewinnen“, redete Bounoua auch hinterher Tacheles. In der Tat gab es nur ganz wenige Lichtblicke in seinem Team. Da war zum einen Keeper Henner Lohmann, der einen frühen Rückstand verhinderte, und zum anderen Innenverteidiger Emmanuel Ngon à Goufan, der eine aufmerksame und engagierte Leistung zeigte. Dennoch war auch der Kameruner geknickt: „Ich wollte hier drei Punkte holen – einen für uns, einen für den Trainer und einen für die Zuschauer. Aber wir standen viel zu weit von den Leuten weg, haben den Ball nicht gehalten und mussten zu oft hinterherlaufen.“ Letztlich durfte der RSV froh sein, dass er nicht völlig unter die Räder gekommen war. „Nach dem 3:0 war das Spiel gegessen. Da haben wir dann ein bisschen die Bremse gezogen“, wusste auch Nordhorns Trainer Shefqet Lajci.

Sein Team hatte frühzeitig für klare Verhältnisse gesorgt und von einer anfälligen RSV-Defensive profitiert. Der Nordhorner Führung war ein Fehlpass von Andy Kiel vorausgegangen, den folgenden Lupfer von Tim Scherping verwertete Danny Arend zum 1:0 (17.). Beim 2:0 der Gäste rutschte Christoph Drewes weg und ermöglichte Viktor Braininger den Treffer (21.). Kurz vor der Pause durfte Sebastian Terdenge dann ungehindert das Zentrum durchqueren und sein Solo mit dem 3:0 krönen (42.).

Einer war zu diesem Zeitpunkt schon nicht mehr auf dem Feld: Rechtsverteidiger Andy Kiel wurde bereits in der 31. Minute von Bounoua vom Feld geholt und durch Jewegenij Teichreb ersetzt. Kurz zuvor hatte Kiel sich noch darüber beklagt, dass die Rückpässe seiner Mitspieler ihn in Bedrängnis bringen würden: „Und ich sehe dadurch scheiße aus.“ Sein Coach sah das wohl ein wenig anders und erklärte später: „Bei aller Liebe – so kann man nicht spielen. Ich habe ihn auch runtergenommen, um ihn zu schützen.“

Erst nach der Pause lief es etwas besser für den RSV, wobei Güven Ayik der einzige Stürmer blieb, der überhaupt Gefahr ausstrahlte. Er besaß neben Atdhe Haliti (90.) auch die einzige echte Torchance (75.). Seine Sturmpartner Thomas Friauf beziehungsweise Bertrand Bingana blieben hingen den Beweis ihrer Klasse schuldig.



Grafschafter Nachrichten

Früher Lohn für hohen Druck
3:0-Sieg des SV Eintracht steht schon vor der Pause fest

Gelungener Saisonstart für Eintracht Nordhorn: Der Fußball-Oberligist war beim enttäuschenden Aufsteiger Rotenburg jederzeit Herr der Lage. Alle drei Treffer fielen in der ersten Halbzeit.

Von Matthias Freese

Rotenburg. Shefqet Lajci war geradezu froh, dass die Schüsse von Dominik Schulz und Leo Homann kurz vor Schluss nur am Aluminium landeten und nicht im Netz zappelten. „Das ist besser so. Wenn wir 5:0 gewonnen hätten, würden die Jungs doch denken, wir wären schon Meister“, meinte der Trainer von Eintracht Nordhorn nach dem gelungenen Saisonauftakt in der Fußball-Oberliga. Beim harmlosen Rotenburger SV, dem Aufsteiger von der Wümme, feierten die Grafschafter am Sonnabend einen nie gefährdeten 3:0 (3:0)-Erfolg.

„Die erste Halbzeit war überragend von uns, in der zweiten haben wir dann einen Gang rausgenommen“, fand Nordhorns Zugang Timo Scherping recht treffend. Der Ex-Düsseldorfer bereitete die ersten beiden Tore seines Teams vor und bildete zusammen mit Danny Arend, Viktor Braininger und Dardan Lajci ein starkes Offensiv-Quartett, das ständig rochierte. Ganz im Gegensatz zu den Rotenburgern, bei denen die Spitzen Güven Ayik und Thomas Friauf schlecht harmonierten und kaum mal die Plätze tauschten. „Wir haben noch viel Arbeit vor uns. Mit so einer Leistung können wir nicht ansatzweise hoffen, dass wir ein Spiel gewinnen“, konstatierte folglich auch Rotenburgs Coach Jamal Bounoua.

Die Nordhorner setzten den RSV von Beginn an unter Druck und belohnten sich frühzeitig für ihr stetes Bemühen. Hatte Keeper Henner Lohmann zunächst noch gegen Scherping und Lajci klasse parieren können (2./3.), so war er beim 0:1 machtlos gegen den Schuss von Arend (17.). Vorausgegangen war ein gefühlvoller Heber von Scherping, durch den die RSV-Defensive ausgehebelt wurde. Nur vier Minuten später patzte Rotenburgs Innenverteidiger Christoph Drewes, indem er ausrutschte. Nutznießer war dieses Mal Viktor Braininger.

Als dann kurz vor der Pause auch noch Sebastian Terdenge einen herrlichen Sololauf durch das Zentrum mit dem 3:0 erfolgreich abschloss (42.), war auch für Eintracht-Trainer Lajci die Partie längst entschieden. „Da haben wir dann ein bisschen die Bremse gezogen, wollten es locker und ohne Verletzte zu Ende bringen.“ Das gelang nicht ganz, zumindest musste Linksverteidiger Hakan Demirel wegen Krämpfen ausgewechselt werden (67.). Doch Lajcis Hauptziel wurde trotzdem erfüllt: „Wir haben letztes Jahr zu offensiv gespielt. 72 Tore will ich nicht wieder in einer Saison kassieren. Deshalb wollten wir bis zum Schluss auch hinten zu null spielen.“ Vor allem die beiden Innenverteidiger Maik Bollmann und Hartmut Vrielmann ließen kaum etwas zu. RSV-Stürmer Güven Ayik sorgte ab und zu für etwas Unruhe, doch bei seiner besten Chance in der 75. Minute bekam Vrielmann das Bein noch dazwischen. Ähnlich erging es Atdhe Haliti, dessen Schuss von Eintracht-Kapitän Herion Novaku abgeblockt wurde (90.).

Unter Strich war es ein hochverdienter Nordhorner Sieg mit einer eindrucksvollen Leistung im ersten Durchgang. Und so ganz dürfte Lajci die Euphorie denn auch nicht bremsen können. „Jetzt wollen wir eine Serie starten, damit wir weiter oben dabei sind“, machte Timo Scherping keinen Hehl aus seinen Regionalliga-Träumen.


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