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Odense BK vs. Brøndby IF 1:1 (1:1)
14.168 Zuschauer (1.200 Gäste)
Fortsetzung von FC Vestsjælland vs. Århus GF


Auf gleiche Weise den Rückweg angetreten und pünktlich eine Stunde vor Anpfiff der zweiten Partie des Tages wieder in Fünens Hauptstadt eingetroffen. Auto kurz um ein paar Kilometer verschoben und schnell ein Stehplatzticket für 150 dänische Kronen (ca. 20€) gesichert. Die Spiele gegen die beiden „Großen“ Brøndby IF und FC København sind fast überall mit einem Topzuschlag versehen.

Am 24.Spieltag empfing der Tabellenzweite Odense BK den Verfolger und aktuell Dritten Brøndby IF. 14.168 Zuschauer bedeuteten zudem Saisonrekord und beinahe ein sold out. Die gelb/blauen Gäste wurden von etwa 1.200 Anhängern begleitet.
Fast 10 Jahre nach meinem letzten Besuch im Stadion hat sich nicht viel getan. Der Kuchen und Schnittchenblock wurde weiter ausgebaut und verglast. Zudem ist der Stadionname mehrmals verkauft worden. Vom ehemaligen Odense Stadion über Fiona Park heißt die Bude nun TRE-FOR Park.

Odense BK ist in den letzten Jahren zur dritten Kraft in Dänemark herangewachsen. Ausflüge in den Europapokal gab es sicherlich auch in den früheren Jahrzenten bereits (u.a. beim 1.FC Kaiserslautern), doch in den vergangenen Spielzeiten schafft man es konstanter im oberen Tabellenbereich mitzuspielen. Rekordmeister (Einführung der Superligaen 1991) FC København ist (mal wieder) mit 21 (!) Punkten Vorsprung dem Verfolgerfeld bereits entschwunden. Immerhin hat es für das heutige Heimteam in der laufenden Saison noch für die Gruppenphase in der Europa League gereicht, wo man u.a. auf den VfB Stuttgart traf.

Das Spiel ging flott los und früh entwickelten sich Strafraumszenen auf beiden Seiten. OB blieb vor allem durch Standards immer wieder gefährlich, BIF vornehmlich über ihr Flügelspiel. In Minute 28 war bereits Schluss für Michael Krohn-Dehli. Nach einem harten Einsteigen im Mittelkreis zückte der schwache Schiedsrichter direkt rot. Die Unterzahl schien BIF sehr wütend zu machen und so fiel nach weiteren 3 Minuten das 0:1. Der Schuss aus etwa 20 Metern war nicht unhaltbar, doch OB Torwart Stefan Wessels (ex Osna, Bayern, Köln, Lingen) brachte den Ball nicht mehr um den Pfosten herum. Der Torpogo im Gästeblock wusste durchaus zu gefallen.

Noch vor der Halbzeit schlug OB zurück. Nach einer Ecke köpfte der freistehende Atle Roar Håland zum Ausgleich ein.

In Hälfte 2 passierte nicht mehr all zu viel. Odense wollte, konnte aber nicht. Die Gäste beließen es bei der Gefahrenabwehr und konnten auch keine nennenswerten gefährlichen Konter mehr setzen. Durch die Punkteteilung hält OB den Gast immer noch auf 4 Punkte Abstand und hat somit wieder beste Chance, kommenden Sommer durch Europa zu touren.

Leider scheint sich auch hier das Eventpublikum mehr und mehr durchzusetzen. Zu normalen Ligaspielen kommen meist nur zwischen 5.000 und 7.000 Zuschauer. Die Fanszene der Gastgeber ist übersichtlich und supportet so gut es eben geht, wenn drum herum nur Konsumenten sitzen. Auswärts sind die OB-Fans in Größenordnungen von 100-300 anzutreffen.

Der Gästeanhang ist da schon imposanter. Singt, hüpft, zündelt, wedelt 90 Minuten lang. Trotz der größeren Entfernung kann ich die Blau-Gelben Gesänge eher vernehmen, als die Heimischen. Während im eigenen Land jeder Pyromane im Stadion sofort entsorgt wird, stehen hier die Ordner nur ruhig daneben und lassen den Jungs und Mädels den Spaß, da die Brennelemente auch nicht auf dem Platz entsorgt werden. Die Kanonenschläge gehen einem aber irgendwann auf den Keks. Irgendwann gibt es nach einem weiteren Kanonenschlag und viel Aufregung im Gästeblock die obligatorische Verhaftung eines BIF-Anhängers, denn ich kann mich derweil an kein Spiel, dem ich beiwohnte, erinnern, bei dem FCK oder BIF als Gast auftauchte und es nicht mindestens eine Verhaftung gab.


Verfasst am 10.04.2011 von Jens
Fotos: Jens
 

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