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FC Vestsjælland vs. Århus GF 1:1 (0:0)
2.500 Zuschauer (200 Gäste)
Dem Auswärtsspiel von Arminia Hannover bei den kleinen Lila-Weißen (VfL Osnabrück II) entzog ich mich, da eh mit einer Packung gerechnet wurde. Wie man sich halt so täuschen kann, gewannen die blauen Götter doch tatsächlich das Spiel und verursachten so auch bei mir den ein oder anderen Freudenschrei im entfernten Dänemark.

Bereits tags zuvor wurden zwei Spiele im Raum Århus von mir besucht. Aufgrund doch frostähnlicher Nachttemperaturen fiel die Übernachtung im eigenen KFZ aus. Da es kostengünstiger war, nochmal nach Hause zu fahren - Übernachtungspreise beginnen ab 60,- € - startete ich am Sonntag erneut Richtung nordisches Nachbarland.

Nach etwas 1 ¾ Stunden ruhigen Cruisens stellte ich Flip nahe des Bahnhofs in Odense ab. Ich staunte nicht schlecht, dass mein Zugabteil bereits in Odense am Bahnsteig bereitstand. Gebucht wurde die Strecke Middelfart-Slagelse, da ich mich erst kurzfristig dazu entschied, auch das Abendspiel der Superligaen zu besuchen. Daher dürfte Vogn 22 noch gar nicht in Odense stehen, sondern sich auf dem Weg dorthin befinden. Nichtsdestotrotz stieg ich in den menschleeren Waggon. Nachdem die 2 anderen Würste (habt ihr dänische IC-Züge mal gesehen?) angedockt waren, füllte sich mein Abteil sehr rasch. Da hat die DSB wohl etwas Blödsinn gemacht mit den Reservierungen und dem Bereitstellen der Waggons. In Middelfart hätte ich lange vergeblich nach meinem Sitzplatz suchen können.

Die Entscheidung für eine 35minütige Bahnfahrt nach Slagelse war eine reine Kostenfrage, da die Storebæltbrücke oneway 33€ kostet und dank des DSB Orange Weekend Tarifes die Fahrt nur mit ca. 25€ für beide Strecken in die Geschäftsbücher eingetragen wurde. Anders wird es schwierig von der Insel Fünen nach Sjælland zu kommen.

Das Slagelse Stadion ist per pedes in etwa 15-20 Minuten zu erreichen. Die Zeit bis zur Stadionöffnung vertrieb ich mir im angrenzenden Park bei herrlichstem Sonnenschein. Der Ground verfügt über eine Sitzplatztribüne mit Platz für 2.600 Zuschauer. Drumherum gibt es unüberdachte Stufen, die auf der Gegenseite doch ungewohnt hoch in den Himmel ragen. Insgesamt ist das Stadion für 10.000 Besucher zugelassen. Die Gäste erreichten ihr Ziel ins 3 Bussen, sowie diversen Autobesatzungen. Zug fahren ist für den geneigten Fußballfan nicht so populär. Könnte auch an den höheren Preisen liegen, da es eine Art Wochenendticket in Dänemark nicht gibt und man so fast immer IC-Züge buchen müsste.

In der heutigen Partie der 1. Division traf der 5. auf den Spitzenreiter und Überraschungsabsteiger der vergangenen Saison aus Århus. Das Spiel war durchaus unterhaltsam. Fehlpässe, Chancen und Fouls en masse auf beiden Seiten. Es dauerte jedoch bis zur 90. Minute, als ein weiterer Fehlpass im Mittelfeld den Ballbesitz für ÅGF bedeutete und diesen durch einen schnellen kurzen Konter in ein Tor verwandelten. Der Jubel war aufgrund des vermeintlichen Siegtreffers sehr groß, doch es kam wieder alles anders. Nur eine Minute später fiel der verdiente Ausgleich und so entführten die Gäste doch nur einen Punkt aus Slagelse. Insgesamt erst die 4.Punkteteilung für den Meisterschaftsfavoriten (bei 14 Siegen und nur einer Niederlage).

Ein Teil der Zuschauer hat mindestens ein, wenn nicht sogar beide Tore verpasst. Scheint ein allgemeines dänisches Phänomen zu sein, erst kurz vor Anpfiff, bzw. 5-10 Minuten später das Stadion zu betreten, aber genauso überpünktlich wird auch der Heimweg angetreten. Meist ab der 75. Minute leeren sich langsam die Ränge, Spielstand dabei nebensächlich. Fußball geht 90 Minuten!

Ein Empfehlungsschreiben muss ich noch der Bewirtung aussprechen. Das Stadionbier in Dänemark wird fast überall kühl und mehr als bekömmlich serviert. In Slagelse haben Sie zudem noch eine der besten Stadionwürste (Ristet Pølse), die ich bislang verköstigen durfte (und das waren nicht wenige ;)).

Weiter zum zweiten Teil Odense BK vs. Brøndby IF.
Verfasst am 10.04.2011 von Jens
Fotos: Jens
 

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