Oberliga Nordost Nord 2017/18 - Spielbericht

3. Spieltag - Samstag, 26.08.2017 - 14:00
FC Anker Wismar - SC Staaken 3:2 (0:1)

Taktikschema ist eine mögliche Variante.




FC Anker verbuchte gegen Neuling einen Sieg der Moral
Selbst ein unberechtigter Elfmeter brachte die Hausherren nicht vom Siegkurs ab

Der FC Anker Wismar konnte im zweiten Heimspiel den ersten Sieg verbuchen, musste dabei aber bis zum Schlusspfiff aufopferungsvoll kämpfen. Während die Hausherren nach dem Abpfiff des gut amtierenden Unparteiischen ausgiebig jubelten, ließ das Team von Trainer Seitz natürlich die Köpfe hängen, bedankte sich dann aber bei den 40 mitgereisten Fans. Die hatten ihr Team über die gesamte Spielzeit fantastisch angefeuert!

Niederlagen war der Aufsteiger in der Vorsaison nämlich gar nicht gewohnt, hatten die Spandauer doch keins ihrer 34 Punktspiele in der abgelaufenen Saison verloren. In der Oberliga weht nun aber doch ein rauerer Wind, denn dieses 2:3 war für das Team von Trainer Jeffrey Seitz die dritte Pleite in Folge, verbunden mit dem Absturz auf einen Abstiegsplatz.

Spielszene 1
Der Torschütze zum 1:1-Ausgleich, Marco Bode (links)
Mehr als 40 Staakener Fans begleiteten und unterstützten ihr Team beim ersten „weiten“ Auswärtsspiel und sahen über weite Strecken eine sehr couragierte Leistung ihrer Elf. Die erste Chance besaß zwar André Wenzel, als er nach einer Weisenborn-Flanke zum Schuss kam, doch das Leder flog am Kasten vorbei. Allerdings sollte dies die einzig nennenswerte Chance der Gastgeber in Hälfte eins sein.

In der Folgezeit spielten die Gäste frech nach vorne und kamen zu guten Gelegenheiten. Yeboah und Koschnik tauchten gefährlich vor Mißner auf, doch der Ankerkeeper konnte klären. Nach einer schönen Kombination über die linke Seite bediente Philipp Schulz mit einem Querpass Samuel Agyei-Yeboah, der überlegt das Spielgerät zur 1:0-Führung des Neulings einnetzte (33.). Den Führungsausbau für die Spandauer hatte dann Fabian Engel auf dem Fuß. Er nahm einen Rückpass von Malte Guske direkt auf und setzte den Ball äußerst knapp am Anker-Gehäuse vorbei (39.).

Zur Pause gab es dann sehr klare Worte in der Ankerkabine, zudem wechselte Trainer Christiano Dinalo Adigo gleich zweimal aus und brachte Sahid Wahab und Marcel Ottenbreit für Philipp Ostrowitzki und Björn Weisenborn.

Kurz nach dem Seitenwechsel vereitelte Mauritz Mißner im Ankertor eine Chance von Malte Guske, dann kamen die Hausherren aber immer besser ins Spiel. Die Partie wurde immer intensiver, spielte sich lange Zeit aber hauptsächlich im Mittelfeld ab. In den letzten zehn Spielminuten überschlugen sich dann aber die Ereignisse und die Zuschauer sahen einen offenen Schlagabtausch und eine völlig verrückte Partie.


Spielszene 2

Ankerkeeper Mauritz Mißner hatte große Anteile am Sieg seiner Elf


Nach einer Flanke von Ivanir Rodrigues scheiterte André Wenzel am guten Berliner Schlussmann Hesse, doch Marco Bode, sonst fast nur per Kopf erfolgreich, drückte den Ball mit dem Schienbein über die Linie. Doch das war nur der Anfang, denn vier Minuten später erzielte Kevin Mbengani nach Flanke von Lucas Vierling das Führungstor.

Der Sieg schien nahe, die Ankerfans jubelten schon, doch dann zeigte der ansonsten sehr gut amtierende Unparteiische Tobias Hagemann nach einem Zweikampf auf den Elfmeterpunkt. David Koschnick ließ sich dieses Geschenk nicht nehmen und glich aus. Doch die Gäste hatten wohl nicht mit der Kampfkraft der Ostseestädter gerechnet. Sahid Wahab wurde von Marco Bode angespielt und schoss den Ball zum umjubelten 3:2-Endstand ins Tor.

Ein Sieg der Moral für die Gastgeber.

Lange freuen kann sich das Adigo-Team über diesen Erfolg aber nicht, denn bereits am Mittwoch gastieren die Hansestädter in der 2. Landespokalrunde beim Hangenower SV.

„In der ersten Halbzeit haben wir nicht ins Spiel gefunden, aber die Mannschaft hat nach der Pause über den Kampf ins Spiel gefunden. So ein Erfolg stärkt natürlich das Selbstvertrauen. Wie die Mannschaft den Schock des Elfmetertores weggesteckt hat, war schon toll“, so Ankertrainer Dinalo Christiano Adigo.

Andreas Kirsch
Fotos: Bernhard Knothe




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