Meldungen aus der Oberliga Niedersachsen.
DEWEZET
Oswald nimmt Boateng in die Pflicht: „Er muss einfach mehr tun“
Von Roland Giehr
Fußball. Die Preußen gingen bis an ihre Schmerzgrenze, ließen viel Kraft im Dauer-Schneesturn von Bückeburg und waren am Ende so kaputt, dass selbst das obligatorische Auslaufen nach dem Spiel zur Qual wurde. „Ein Wunder, dass keiner fest gefroren ist, denn das war schon eher ein Ausgehen“, konnte sich Hamelns Trainer Kai Oswald dann auch ein wohlwollendes Schmunzeln nicht verkneifen.
Der enorm wichtige 1:0-Sieg (wir berichteten) seiner Elf im Oberliga-Derby hatte ihm zugleich schlagartig alle Sorgenfalten von der Stirn gewischt. „Bei einer Niederlage wären wir wieder in Bedrängnis gekommen, so aber benötigen wir rein rechnerisch noch sechs Siege, dann haben wir die eingleisige Oberliga wohl gepackt“, sieht der 38-Jährige der sportlichen Zukunft nun wesentlich entspannter entgegen. Und die beginnt nun schon am kommenden Freitag (20 Uhr) mit der Heimpartie gegen den BV Cloppenburg. Bei aller Freude über die schwer erkämpften drei Punkte von Bückeburg, es gab aber auch Schatten bei 07.
Vor allem Kreativspieler Daniel Boateng läuft derzeit seiner guten Form aus der Hinserie noch hinterher, und wurde – trotz seiner Vorlage zu Belkas Siegtreffer (14.) – fast folgerichtig bereits nach 57. Minuten gegen Kastriot Hasani ausgewechselt.
„Daniel hat im Moment praktisch kein Defensivverhalten, er muss jetzt einfach mehr für die Mannschaft tun. Es geht nicht, dass andere immer für ihn mitlaufen müssen“, monierte Oswald. Ob er dem vierfachen Saisontorschützen nun eine Denkpause gegen Cloppenburg verordnet, ließ der 07-Trainer noch offen. Keinen Anlass zur Kritik gab es dagegen an der Hamelner Hintermannschaft, aus der Torhüter Stefan Schmidt noch herausragte. Nicht nur, dass er einen Strafstoß von Prange (8.) glänzend parierte, er machte auch noch drei weitere gute Bückeburger Möglichkeiten zunichte und bügelte damit seinen Patzer aus dem Bavenstedt-Spiel wieder aus. „Stefan muss sich von Beginn an voll konzentrieren, dann ist er auch stark. Er braucht den ständigen Druck und den macht ihm Bengt Pyka schon“, will Oswald seinem Elfmeter-Killer aber keinen Freibrief als Nummer eins ausstellen. Lob gab es auch für Martin Eickenscheidt, der den erkrankten Ruwen Klimke in der Innenverteidigung bestens vertrat, und nun am Freitagabend gegen Cloppenburg wieder in der Startformation stehen wird. Denn Klimke fehlt diesmal beruflich.
Emder Zeitung
Jetzt drohen doch die Englischen Wochen
Von EZ-Redakteur
HENNING WIETING
Emden/Ostfriesland. So langsam haben Spieler, Trainer, Vereins- und Verbandsfunktionäre Zornesröte im Gesicht, wenn sie das Weiße auf den hiesigen und regionalen Fußball-Plätzen sehen. Witterungsbedingt sind am Wochenende wiederum fast alle Punktspiele in Niedersachsen ausgefallen. Selbst die Partie in der Fußball-Oberliga, die Kickers Emden beim VfL Oldenburg auf Kunstrasen bestreiten sollte, konnte wegen Vereisung des Kunstgrüns nicht stattfinden. Eigentlich sollte die Elf von BSV-Trainer Johann Lünemann schon am 31. Januar wieder ins Geschehen eingreifen, nun gab es die fünfte Spielabsage in Serie.
„Das ist frustrierend”, sagte Lünemann gestern: „Man bereitet sich jedesmal akribisch vor, stellt sich taktisch und personell auf den Gegner ein, und dann ist das jedes Mal für die Katz.” Er hat seinen Spielern erst mal zwei freie Tage gegönnt nach den vielen Testspielen auf Kunstrasen in der letzten Zeit. „Katastrophe”, sagte Kickers-Sportleiter Reiner Bruns: „Wir hätten zumindest dieses Spiel gerne Liste gehabt.”
Doch nicht nur auf Fünftliga-Niveau ist die Toleranzgrenze erreicht, was Spielausfälle betrifft. Auch auf unterster Schiene, der Kreisebene, bringt der außergewöhnlich harte Winter die Rahmenspielpläne an die Grenzen des Machbaren.
„Noch mal hinsetzen”
„Wir werden uns nächste Woche noch einmal hinsetzen, aber es kann sich jeder an fünf Fingern abzählen, dass auch wir nicht an Englischen Wochen vorbeikommen”, sagte gestern Theo Christians der Emder Zeitung. Der Vorsitzende des Fußball-Kreises Emden machte noch einmal deutlich, dass ein Festhalten an den Rahmenspielplänen „wegen der Einführung der eingleisigen Oberliga der Relegationsrunde” sinnvoll sei: „Außerdem geht die neue Saison schnell wieder los.”
Die Zusammensetzung der Kreis-, Bezirks- und Bezirksoberligen richte sich danach, welche Vereine aus den beiden Oberligen Niedersachsen Ost und West absteigen, beziehungsweise welche Bezirksoberligisten den Aufstieg schaffen. Darum sollte eine Verlängerung der Saison vermieden werden. Auf Kreisebene sind die Probleme wegen kleinerer Staffel überschaubarer. Doch sorgen Fußball-Partien innerhalb der Woche immer für eine Form der „Wettbewerbsverzerrung”, wie Lünemann es nannte: „Trainings- und arbeitstechnisch können irgendwelche Spieler dienstags- oder mittwochsabends nicht mit von der Partie sein, und das hat natürlich Folgen. Ich glaube, da spreche ich für alle Trainer in der Region.”
Zu den relativ späten Absagen im Fußball auf Bezirksebene meinte Christians: „Es ist ja nun mal so, dass man immer hofft, dass die Spiele durchgeführt werden können.”
„Noch nicht erlebt”
Je näher zwei Kontrahenten örtlich zueinander entfernt liegen, desto länger kann man beispielsweise im Bezirk mit einer Spielabsage warten. Insofern war das Derby zwischen BW Borssum und SF Larrelt gestern sozusagen ein Glücksfall. Selbst wenn man es auf die Entscheidung des angesetzten Schiedsrichters hätte ankommen lassen, wäre die Rückreise für SF-Trainer Bernd Nessen und sein Team von Borssum nach Larrelt trotz unverrichteter Dinge noch im Rahmen geblieben. Es gebe, wie Christians betonte, aber oftmals trotz einer generellen Vorhersage erhebliche regionale Unterschiede beim Wetter. Über ungerade Tabellen sei er allerdings auch nicht glücklich: „Die nützen keinem so richtig.”
Bei allem Ärger und Wut auf Englische Wochen schränkte Kickers-Coach Johann Lünemann ein: „Man muss ganz klar sehen, dass dieser strenge Winter nicht repräsentativ ist.” Und Christians ergänzte: „Als Funktionär habe ich solch einen harten Winter noch nicht miterlebt.” Und er ist noch nicht vorbei, wenn man dem Wetterbericht Glauben darf...
Meppener Tagespost
Zehnter Test mit „dem harten Kern“
hsz Meppen.
Rainer Persike verbreitet schon wieder Zuversicht. „Ich bin ziemlich sicher, dass wir am Sonntag spielen können“, richtete der Sportliche Leiter des SV Meppen den Blick gestern bereits auf die Oberliga-Partie gegen den SC Langenhagen in der Vivaris-Arena (15 Uhr).
Persike wollte nicht lange lamentieren, dass der Fußball auch in Oythe ruhen musste: „Man soll sich nicht über Dinge ärgern, die man nicht beeinflussen kann.“ Zwar habe das Team schon die nötige Anspannung für die Oythe-Partie gehabt und müsse diese nun erneut aufbauen. „Aber diese Probleme haben alle Mannschaften.“
Zerschlagen haben sich unterdessen die Bemühungen, am Wochenende kurzfristig ein Testspiel im Umkreis zu vereinbaren. So kommt es erst am Dienstag (19.30 Uhr) beim Bezirksoberligisten SV Holthausen/Biene zum zehnten Test der Wintervorbereitung. Am Biener Busch werden sich die elf Akteure einspielen, die auch gegen Langenhagen beginnen sollen. Trainer Hubert Hüring: „Wir werden mit dem harten Kern spielen und nicht viel experimentieren.“ So wird laut Hüring wohl Tim Natusch als Rechtsverteidiger auflaufen. Stephan Wille (Wade) und Elmar Bruns (Oberschenkel) seien zwei Wochen nach ihren Verletzungen aus dem Test gegen Emden noch nicht fit. Gleiches gilt für Zugang Andreas Mayer, der sich während seines Umzugs „beim Wuchten von Möbeln eine Verspannung im Rücken zugezogen hat“, so Hüring. Neben den länger Verletzten Aaron Thalmann (Achillessehne) und Jan-Dirk Riedesel (Leisten-OP) ist zudem Cüneyt Özkan angeschlagen. Hüring: „Er hat auf den harten Böden die ganze Zeit Knieprobleme wegen einer alten Knorpelverletzung gehabt.“
Nordwest Zeitung
Absagen sorgen für Engpässe
FUßBALL Winter hat Plätze weiterhin fest im Griff – Erneut viele Spielausfälle
Schnee und Eis ließen keinen Fußball zu. Den Regional- und Oberligisten steht eine Flut an Nachholspielen bevor.
VON HENNING MENKE
OLDENBURG - Das Warten geht weiter. Noch am Freitagvormittag waren die Verantwortlichen der Fußball-Regional- und -Oberligisten sicher, an diesem Wochenende endlich die ersten Spiele des Jahres austragen zu können. Doch am Nachmittag kehrte der hartnäckige Winter zurück und sorgte erneut für Spielabsagen aller Orten.
Nachdem die Oberliga-Partie Eintracht Nordhorn gegen VfB Oldenburg noch am selben Tag abgesetzt worden war, folgte am Sonnabend das Aus für die Begegnung VfL Oldenburg gegen Kickers Emden. Frost und Schnee ließen selbst auf dem Kunstrasen des VfL keinen Fußball zu. Die Absage des Regionalliga-Spiels SV Wilhelmshaven gegen den 1. FC Magdeburg durch eine Platzkommission am Sonntag komplettierte das fußballfreie Wochenende – der Oberligist BV Cloppenburg hatte ohnehin spielfrei.
Am härtesten trafen die schlechten Witterungsverhältnisse bislang den VfB Oldenburg, der sechsmal pausieren musste. Drei Partien sind bereits neu angesetzt: Oythe (Auswärts/So., 14. März, 15 Uhr), Cloppenburg (Heim/ Sa., 3. April, 17 Uhr), Bückeburg (H/Mo., 5. April, 15 Uhr). Auch vier von fünf ausgefallenen Begegnungen der Wilhelmshavener sind terminiert: Oberneuland (A/Mi., 10. März, 19 Uhr), Wolfsburg II (H/Mi., 24. März, 19 Uhr), TeBe (H/Mi., 7. April, 19 Uhr), Meuselwitz (A/Mi., 21. April, 18 Uhr). Vier Spiele im Rückstand ist der VfL Oldenburg, dessen Partie in Hameln am Sonnabend, 3. April (17 Uhr) nachgeholt werden wird. Am glimpflichsten kamen noch die Cloppenburger davon, bei denen „nur“ drei Begegnungen abgesagt worden waren.
Da der Spielausschuss des Niedersächsischen Fußballverbandes (NFV) trotz der vielen Spielausfälle eine Verlängerung der Saison bereits ausgeschlossen hat, stehen den Vereinen nun Terminengpässe und kräftezehrende „Englische Wochen“ bevor. Außerdem werden viele Partien am Karsonnabend und Ostermontag nachgeholt werden.
Wolfsburger Nachrichten
Und wieder kein Fußball in der Region
Der Schnee verlängert die Pause ein weiteres Mal
GIFHORN/WOLFSBURG. Die Bälle blieben an diesem Wochenende ein weiteres Mal im Schrank, der neuerliche Schneefall zögerte den Spielbetrieb wieder einmal hinaus. Nach den Generalabsagen im Kreis und Bezirk mussten auch die Oberligisten MTV Gifhorn und Lupo/Martini Wolfsburg kurzfristig passen.
"Der Schneefall ließ keinen geordneten Spielbetrieb zu, daher wurde im gesamten Feldspielbetrieb im Kreis Gifhorn eine Generalabsage erforderlich", sagte etwa Gifhorns Spielausschussvorsitzender Heinz Jeske. Im Gegensatz dazu hofften die Oberligisten lange auf einen Einsatz. Doch der eisige Boden unter dem Schnee machte auch ihren Auftakt zunichte. "Schade, wir waren gut drauf und hätten gerne gespielt", sagte Lupo-Coach Francisco Coppi, dessen Mannschaft beim Tabellenzweiten Drochtersen/Assel hätte antreten sollen. r.
Montag, 08.03.2010 - 13:29 Uhr | 979 Zugriffe
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